Text an eine „Rechte“

Eine Antwort auf einen Forumsbeitrag von 2002, leider heute aktueller denn je!

Hallo Tina,

darf ich dich fragen, wie alt du bist und wo du wohnst? Das würde mir helfen, zu verstehen, woher deine Angst kommt, die du in deinem Mail eindrucksvoll zum Ausdruck bringst. Bis dahin will ich versuchen dein Mail ernsthaft zu analysieren und einen Weg zur Wahrheit (die immer eine ungeteilte ist) suchen.

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Leserbrief als Reaktion auf einen Vortrag von Dr. Schmidt-Salomon

Leserbrief von Dieter Matten (Weywertz)
als Reaktion auf den Vortrag von Dr. Schmidt-Salomon

Unterstützen würde ich sofort die Aussage: „Wer Wissenschaft, Philosophie und Kunst besitzt, braucht keine Religion!“ obwohl mir das Verb „besitzen“ in diesem Zusammenhang nicht gefällt, die Formulierung Hegels in einem Brief über die „Farben des Geistes“, die ihm das scheinbare Grau des Lebens verschönern gefällt mir als Bild besser. Unbestritten und seit der Religionskritik von Marx auch gut entwickelt ist aber, dass der Versuch das Elend der Klassengesellschaft mit Hilfe von Religion zu ertragen eine alte und eigentlich obsolete Form darstellt. Dennoch bleibt Religion eine mögliche „geistige“ Form der Auseinandersetzung mit den Problemen der menschlichen Gesellschaft.

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Erich Fromm: Der Traum ist die Sprache des universalen Menschen. Absurd-dialektisches Exzerpt oder eine hermeneutische Vergewaltigung

Ein Text von 2018, erstellt für ein Treffen zwischen Sandra, Ursula und mir, als wir uns mit den Themen Traum, Klartraum, Narzissmus, Unbewusstes etc. beschäftigt haben. Da er ein gutes Beispiel meiner im nächsten Buch „Absurde Dialektik“ zu erklärenden „Methode“ darstellt, soll er auch online gehen, obwohl er eher für den privaten Gebrauch gedacht war.

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Bedingungsloses Grundinterview

Im Jahr 2015 fragte die Zeitschrift „Die Novelle“ bei mir an, ob ich ein Interview zum Thema bedingungsloses Grundeinkommen geben würde. Das ist das Ergebnis, das nicht veröffentlicht wurde.

Wie würden Sie einem Regenbogen, der bekanntermaßen nicht zu den schlausten Zeitgenossen zählt, erklären, was Bedingungsloses Grundeinkommen (im Folgenden „Bemm“) ist und wie es funktioniert?

Bemm ist ein zweischneidiges Schwert. Zum Einen verweist es auf eine humanistische Selbstverständlichkeit, nämlich, dass jeder Mensch in Würde leben können sollte, zum Anderen droht es in unseren antagonistischen Verhältnissen zu einem Mittel zum Abbau kapitalistischer Überproduktion zu verkommen.

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Waffenfirma Mecar in Elsenborn 1

2001, kurz nachdem wir nach Ostbelgien gezogen sind, gab es einen Konflikt mit einer Waffenfirma, die auf dem Gelände des Lagers Elsenborn Tests mit unabsehbaren Folgen für die Umwelt durchführte. Ich sah mich genötigt, mit ein paar Leserbriefen Stellung zu beziehen.

Mit Windmühlen gegen Don Quijote!

Elsenborn ist ein wunderschönes Dorf in der Nordeifel, administrativ zur Gemeinde Bütgenbach gehörend, bekannt für seine reizvolle Lage, ideal für Skilanglauf im Winter sowie Spaziergänge im Sommer und vielleicht noch durch seine berühmte Bürgerin Margarethe Schreinemakers in den Medien erwähnt. Der Wind von Westen findet hier in der Gegend an den Ausläufern der Ardennen, am sogenannten Hohen Venn ein erstes ernsthaftes Hindernis auf seinem Weg von der Nordseeküste, was das Klima hier rau sein lässt. Die doch noch zahlreichen freien Flächen bieten somit einen idealen Standort für einen Windpark zur Stromerzeugung, also für eine regenerative Energiequelle, die ohne Frage einen Schritt in die richtige Richtung bedeuten würde, weg von der Verbrennung wertvoller fossiler Stoffe wie Kohle oder Öl und der prinzipiell unbeherrschbaren Atomtechnik. Aus diesem Grund beschloss die Gemeinde Bütgenbach vor einigen Jahren schon in Zusammenarbeit mit dem belgischen Energieunternehmen Electrabel auf einem 40 ha großen Gelände in Elsenborn, der sogenannten Roderhöhe dem Bau einer solchen Windkraftanlage zuzustimmen.

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Don Quijote will gehen!

Minister Flahaut ist gekränkt und vermutet eine Verschwörung: „gibt es hier vielleicht Interessen, von denen mir noch nichts bekannt ist?“ fragt er besorgt. Keine Sorge, Herr Minister, Konspiration ist das Feld Ihrer Organisation, wie man an der bekannten Manipulation der Umfrage deutlich sehen konnte. Nein, Herr Verteidigungsminister, es geht noch nicht einmal in erster Linie um den Windpark in Elsenborn, es geht um das Menschenbild und die politische Kultur in der Führung der belgischen Armee, die hier zur Debatte steht. Ihre jetzige Drohung: „entweder für die Windräder auf Roderhöhe oder für die Arbeitsplätze im Lager“ verdeutlicht aufs Neue das Niveau ihrer Argumentation. Sie haben ein seltsames Verständnis von Politik, Herr Flahaut: schon in einem früheren Interview erklärten Sie, dass Politik nur was für Profis sei und die Bürger (und ein Pastor ist auch ein Bürger) sich da gefälligst rauszuhalten hätten. Das ist schon sehr merkwürdig. Dann sind Sie offensichtlich stolz darauf, dass „sich in den vergangenen zwei Jahren an der Argumentation der Armee nichts, aber auch rein gar nichts geändert hat“. Bravo, Herr Verteidigungsminister! In zwei Jahren nichts dazugelernt und keine weiteren Zusammenhänge gefunden, ganz toll, Sie machen Don Quijote alle Ehre! Ich vermute sogar, dass die Argumente der Armee seit einigen 1000 Jahren stets die immer gleichen sind und dort keinerlei Fortschritt festzustellen ist, aber immerhin sind auch Sie standfest!

Natürlich benutzt der sozialistische Politiker mal wieder das Totschlagargument „Arbeitskräfte“, mit dem man inzwischen traditionell jeden Unsinn zu rechtfertigen versucht, ja diese Argumentationsfigur scheint das zu sein, was vom Sozialismus in Europa übriggeblieben ist. Nun, erstens sind die Menschen hier in Ostbelgien so fleißig, geschickt, mobil und qualifiziert, dass hier kaum ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen nach einer Schließung des Lagers in Elsenborn zu befürchten ist. Und dann darf man nicht vergessen, wie viele Arbeitsplätze dadurch geschaffen werden könnten: ein wunderschönes Naturschutzgebiet wäre für Wanderer ganzjährig verfügbar, das Verballern von Granaten bei Tag und Nacht würde aufhören, was sicher auch manchen Tourist von unserer Gegend ferngehalten hat, ganz abgesehen von den tieffliegenden Militärflugzeugen, also die Attraktivität der Region würde deutlich erhöht. Und, liebe Militärs, wenn Ihr gehen müsst, dann vergesst bitte nicht Euern Panzer auf dem Kreisverkehr. Nehmt ihn doch entweder mit, oder schenkt ihn der Bevölkerung, die ihn dann so anmalen kann, wie sie es für richtig hält.

Vielleicht kann die Armee ja auch das Arbeitsplatzproblem endgültig lösen: schließt einfach alle Lager, nehmt das Geld aus dem Verteidigungsetat und siedelt überall dort, wo Lager standen, Zukunftsfirmen an, Ihr werdet Euch wundern, wie viel mehr Arbeitsplätze dies bringen würde! Und fangt damit ruhig hier bei uns an. Ciao, Don Quijote, und sei nicht traurig, für jeden kommt einmal der Zeitpunkt, an dem er gehen muss.

Dieter Matten, Weywertz

Dialektik Teil 1

Ein Versuch einer einfachen Einführung in die Dialektik für meinen Feund Bruno Dannemark, der 2007 mal danach fragte. Ich habe das dann auch mal als Lesung in vier Teilen online gestellt, weil ich dachte, dass es für junge Studenten der Geisteswissenschaften hilfreich sein könnte.

So, dann fangen wir mal die unmögliche Aufgabe an! Was ist Dialektik? Das hast du am Samstag mehrmals gefragt. Ohne spirituell werden zu wollen hat das etwas von der Frage eines unschuldigen Kindes an die Großmutter, wie denn der liebe Gott aussieht. Berechtigte Frage, aber schwer zu beantworten.

Mein Text für dich wird keinen wissenschaftlichen Ansprüchen genügen können, sondern eher essayistischen Charakter haben, dies a) aus Gründen der lockereren Lesbarkeit b) wegen des Charakters eines Gesprächs zwischen Freunden und c) wegen der Intention dich zum Lesen der Primärtexte zu motivieren und nicht diese ersetzen zu wollen bzw. zu können.

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Dialektik Teil 2

Im ersten Mail haben wir gesehen, wie das Bewusstsein sich in der Arbeit an der ihn umgebenden Welt, in der Auseinandersetzung mit der Natur (das ist schon eher eine marxsche Interpretation, obwohl sie Hegel nicht widerspricht, aber dieser beginnt eben noch mit einem absoluten Subjekt als Ursprung, als „Unbewegter Beweger“) von der sinnlichen Gewissheit bis zum Verstand weiterentwickelt. Man beachte die Bewegung, die Hegel hierbei beschreibt, sie ist eine notwendige, beinhaltet immer die Negation des Vorhergehenden, um dann am Ende diese Vorhergehende wieder im Neuen aufzuheben:

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